Wettbewerb Kunst-Konzept St. Pölten
_May 2009, (c) J. Heine & M. Stolz
Aufgabe
Österreichs Regierungsstadt St. Pölten mit seinem Ortsteil Viehofen hat eine traurige Geschichte, die vielen Bewohnern und Touristen bis heute unbekannt ist. In dem damaligen Glanzstofflager wurden hunderte Menschen während der NS-Zeit dazu gezwungen unter schlimmsten Umständen Arbeit zu leisten. Viele mussten unter oft ungeklärten Umständen ihr Leben lassen und wurden zum Teil nur in einem Massengrab auf dem Ortsfriedhof beigesetzt. Kein sichtbares Grab, keine sichtbaren Namen, keine Bewohner wollen etwas davon gewusst haben. Die Glanzstofflager wurden wegen einem Kiesabbau-Projekt nur kurze Zeit später abgerissen. Heute ist die Kiesgrube ein beliebter See, dessen Vergangenheit niemand zu kennen scheint. Nun soll ein Kunst-Konzept die Menschen auf die Geschichte aufmerksam machen.
Konzept
Drei Kuben an drei unterschiedlichen Orten sind die Teile des Gesamtkonzepts. Sie verstehen sich als Konstrukte aus einfachen Holzplatten, welche durch ihren Anstrich aus Bitumen ihren Charakter und ihre Haltbarkeit erhalten. Bitumen ist ein haftendes Material, so wie auch die Geschichte an uns allen haften bleibt. Bei Aufheizung durch Sonne kann man sich buchstäblich an dieser Geschichte die Finger verbrennen. Es ist ein heißes und wichtiges Thema und ein dunkler Fleck in unserer Vergangenheit. Die Form des Anstrichs kann sich durch Wärmeeinwirkung, wie ein zäher Kaugummi immer wieder verändern.